Bausteine im Kreis

Zweck: Diese Übung eignet sich besonders gut im Rahmen der Mobbingprävention, um zu erkennen, wie die Gruppe in Konflikten miteinander umgeht. Es wird deutlich, wem zugehört wird und wem nicht, wie auf Fehler reagiert wird und mit wem dies geteilt wird und vieles mehr. Diese Übung, deren Intensität durch das Feedback der/des Moderator:in gesteuert werden kann, vermittelt einen Überblick über Verhaltensmuster oder kritische Themen, die sonst nur begrenzt sichtbar sind.

Behandeltes Thema: Mobbing- und Gewaltprävention; soziale Beziehungen.

Relevanz für die psychische Gesundheit: Durch die Übung und die wiederholte Motivation, als Gruppe bessere Ergebnisse zu erzielen, kann der Kampfgeist der Gruppe geweckt werden, und die Jugendlichen können über sich hinauswachsen. Die Aushandlung der gemeinsamen Strategie bringt die Jugendlichen dazu, über sich selbst und ihre Rolle in der Gruppe nachzudenken; diese Reflexion wird insbesondere von den Trainer:innen moderiert und angeleitet. Die Übung macht deutlich, welche wichtigen Rollen in einer Gruppenübung übernommen werden müssen und dass diese Rollen nicht statisch, sondern variabel sein können. Ein Lernprozess, der sich mit Gruppendynamik und individuellem Wachstum befasst.

Beabsichtigte Veränderung: Gruppendynamiken werden sichtbar und die Gruppe muss gemeinsam eine Aufgabe lösen, was zu Empowerment und individueller Entwicklung führen kann.

Erfahrungen aus dem rumänischen Pilotprojekt: In der rumänischen Pilotumsetzung half diese Art von Aktivität den Teilnehmenden, sich ihrer Rolle innerhalb einer Gruppe bewusster zu werden und zu erkennen, wie ihr Verhalten die gemeinsamen Ergebnisse beeinflusst. Die Übung regte die Teilnehmenden dazu an, über Kommunikationsmuster, Führungsdynamiken und die Bedeutung des Zuhörens nachzudenken. Sie trug dazu bei, die Zusammenarbeit zu verbessern, eine ausgewogenere Beteiligung zu fördern und das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie Konflikte entstehen und innerhalb einer Gruppe konstruktiv bewältigt werden können.

Kontext der Pilotdurchführung

Diese Aktivität wurde im Rahmen einer Pilotaktion durchgeführt, die im Rahmen des MEET-Projekts von der Jugendinitiative Triestingtal durchgeführt wurde. Diese Methode wurde mit Jugendlichen im schulischen Kontext, aber auch in der Jugendberatungsstelle und in der Straßenarbeit mit unterschiedlichen Gruppengrößen durchgeführt. Es nahmen Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren teil. Die Übung wurde sowohl als Einführungsmethode und Aufwärmübung als auch zur Vertiefung und als Abschluss eingesetzt und wurde als geeignet für alle Phasen eines Workshops angesehen. Bei den Workshops waren stets zwei Moderator:innen anwesend, die die Methode gemeinsam anwendeten.

Rumänische Pilotphase: Die Aktivität „Building Blocks in a Circle“ wurde in Rumänien in verschiedenen Kontexten durchgeführt, darunter in Jugendzentren und schulischen Workshops, mit Gruppen von 12 bis 24 Teilnehmer:innen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Die Aktivität stieß auf großes Interesse, insbesondere aufgrund ihres interaktiven und wettbewerbsorientierten Charakters. Die Teilnehmer:innen waren motiviert , die Aufgabe zu bewältigen und ihre Leistung in wiederholten Runden zu verbessern, besonders wenn sie unter Zeitdruck oder in parallelen Teams arbeiteten. Die Moderator:innen beobachteten, dass die Aktivität Gruppendynamiken effektiv sichtbar machte, darunter das Entstehen informeller Anführer, ungleiche Beteiligung und Situationen, in denen mehrere Teilnehmer:innen versuchten, ihre Ideen durchzusetzen. In mehreren Fällen führten mangelnde klare Koordination oder konkurrierende Führungsrollen zu Verwirrung, einer langsameren Erledigung der Aufgabe und Spannungen innerhalb der Gruppe. Die Aktivität zeigte auch, wie die Teilnehmer:innen auf Druck und die Durchsetzung von Regeln reagierten. Das Neuanfangen der Aufgabe aufgrund von Regelverstößen führte zu Frustration, schuf aber auch Gelegenheiten zur Reflexion über Kommunikation, Zusammenarbeit und Fairness. Die Teilnehmer:innen wurden sich stärker bewusst, wie Verhaltensweisen wie Unterbrechen, Nicht-Zuhören oder lautes Sprechen die Gruppenleistung beeinflussten. In inklusiven Bildungsumgebungen förderte die Aktivität soziale Interaktion und Zusammenarbeit, obwohl Herausforderungen wie begrenzter Platz und Schwierigkeiten, Meinungen ruhig zu äußern, die Gruppendynamik beeinträchtigten. Die Moderator:innen nutzten diese Situationen, um Strategien zur selbstbewussten Kommunikation und zum Konfliktmanagement einzuführen und den Teilnehmer:innen zu vermitteln, dass Meinungsverschiedenheiten konstruktiv sein können, wenn sie respektvoll gehandhabt werden. Das rumänische Pilotprojekt bestätigte die Wirksamkeit der Aktivität als Instrument zur Entwicklung von Teamarbeit, Kommunikation und Konfliktmanagementfähigkeiten, während es Gruppenprozesse sichtbar machte und die Reflexion darüber erleichterte. Im rumänischen Pilotprojekt erwies sich die Aktivität als besonders relevant für gemischte Gruppen mit unterschiedlichen Niveaus an Selbstvertrauen, Beteiligung und Kommunikationsfähigkeiten. Sie war besonders nützlich in Kontexten, in denen einige Teilnehmer:innen dominanter waren, während andere ihre Meinung eher zurückhielten, da die Aktivität diese Unterschiede sichtbar machte und Raum für Reflexion schuf.

Theoretischer Hintergrund

Jede Gruppe ist ein soziales System mit informellen Hierarchien und festgefügten Aufmerksamkeitsmustern. Unter Aufgabendruck werden diese Strukturen besonders sichtbar: Wessen Vorschläge werden aufgegriffen? Wer bleibt ungehört? Die Übung macht diese sonst schwer zu beobachtenden Dynamiken transparent – sowohl für Lehrkräfte als auch, durch angeleitete Reflexion, für die Gruppe selbst. Die schrittweise Steigerung des Zeitdrucks wendet das Prinzip des induzierten Stresses an: Moderater Druck erhöht das Engagement, während übermäßiger Druck kooperatives Verhalten untergräbt und Ausgrenzungsmechanismen aktiviert. Gerade in diesem Bereich zwischen Bewältigbarem und Überforderndem treten Muster zutage, die im schulischen Alltag verborgen bleiben. Forschungen zeigen, dass Ausgrenzung sich typischerweise auf subtile, schrittweise Weise entfaltet, die für Moderator:innen schwer zu erkennen ist. Die Übung schafft eine kontrollierte Situation, in der sichtbar wird, ob alle Schüler:innen einbezogen werden, ob Fehler je nach der sozialen Position einer:s Schüler:in unterschiedlich bewertet werden und ob Minderheitenmeinungen systematisch überstimmt werden – allesamt Voraussetzungen für gezielte Prävention. Der Aufbau der Übung – Handeln, Beobachten, Reflektieren – folgt Kolbs Erfahrungslernzyklus. Soziale Kompetenzen lassen sich kaum allein durch Unterricht entwickeln, sondern können durch direkte Erfahrung, gefolgt von angeleiteter Reflexion, gefördert werden. Die expliziten Regeln der Übung fungieren als Stressor, der das eigene Regulierungssystem der Gruppe auf die Probe stellt: Wer übernimmt die Verantwortung, wenn eine Regel gebrochen wird? Wer wird zum Sündenbock? Das wertschätzende Feedback der Lehrkraft nach jeder Runde veranschaulicht gleichzeitig einen konstruktiven Umgang mit Misserfolg – und ist damit eine Intervention an sich.

Erfahrungen aus dem rumänischen Pilotprojekt: Beobachtungen aus dem rumänischen Pilotprojekt bestätigen, dass erfahrungsorientierte und handlungsbasierte Aktivitäten besonders effektiv sind, um jungen Menschen zu helfen, abstrakte Konzepte wie Gruppenrollen, Zusammenarbeit und Perspektiven zu verstehen. Die Teilnehmer zeigten ein tieferes Verständnis dieser Konzepte, wenn sie diese durch die Aktivität direkt erlebten, insbesondere in Situationen, die mit Druck, Wettbewerb oder der Notwendigkeit der Abstimmung mit anderen verbunden waren.

Zielgruppe

  • Alter: ab 12 Jahren
  • Profil: alle Arten von Jugendlichen
  • Kontext: nicht-formale oder formale Bildung, mindestens 5 und höchstens 30 Teilnehmer:innen.

Anwendungsbereich

Ort: Schule, NGO, Jugendzentren, Gemeindezentren, Streetwork usw. Jeder Raum oder Freiraum.

Behandelte Kompetenzbereiche und Dimensionen:

  • Sozio-emotionale Kompetenzen: Empathie und Verständnis für Stress- und Wutmechanismen
  • Beziehungsfähigkeiten: Kommunikation in der Gruppe, Inklusion
  • Selbstregulierungsfähigkeiten: emotionale Selbstregulierung
  • Bewusstseinskompetenzen: Bewusstsein für die eigenen Emotionen und Möglichkeiten, diese zu regulieren.

Beschreibung der Aktivität – Schritt für Schritt

Schritt 1: Einführung

Dauer: 10 Minuten

Ablauf: Das Seil wird kreisförmig auf den Boden gelegt und mit nummerierten Bausteinen gefüllt (mindestens fünf mehr als die Anzahl der Teilnehmer:innen). Die Teilnehmer:innen haben die Aufgabe, die Bausteine so schnell wie möglich in der richtigen Reihenfolge aus dem Kreis zu nehmen (der/die Moderator:in stoppt die Zeit). Verschiedene Regeln dazu können im Voraus von der Gruppe, nicht jedoch durch die Moderation festgelegt werden. Vor Beginn erhält die Gruppe 5 Minuten Zeit, um eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten.

Tabelle 1. Maßnahmen – Schritt 1.

Handlungen der Moderation Handlungen der Teilnehmenden
Bereite den Aufbau mit dem Seil und den Blöcken vor Einigung auf eine gemeinsame Strategie zur Durchführung der Aktivität.
Erklären Sie den Teilnehmer:innen das Spiel und weisen Sie sie an, sich innerhalb von 5 Minuten auf die Regeln und die Strategie zu einigen, bevor sie mit der Aktivität beginnen.

Reflexion: Diese Übung regt die Teilnehmenden zur Zusammenarbeit an und schult ihre Fähigkeiten zur Problemlösung sowie zum Konfliktmanagement.

Schritt 2: „Bausteine“ Hauptteil

Dauer: 30–40 Minuten

Ablauf: Die Übung beginnt, wenn die erste Person den Kreis betritt. Ab diesem Zeitpunkt ist kein Sprechen mehr unter den Teilnehmenden erlaubt. Es darf sich jeweils nur eine Person im Kreis befinden oder diesen mit einem Körperteil überqueren. Am Ende der Übung muss jede:r Teilnehmende mindestens einen Baustein bei sich haben. Teilnehmende, die „direkt neben“ der/dem zuvor aktiven Teilnehmenden stehen (die/der den Baustein entfernt hat), dürfen als Nächstes nicht handeln. Wird eine Regel gebrochen, beginnt die Übung von vorne. Nach der ersten Runde gibt der/die Moderator:in wertschätzendes Feedback und lobt die Teilnehmer:innen. Anschließend wird darauf hingewiesen, dass es durchaus möglich ist, die Übung in der Hälfte der (gemessenen) Zeit zu absolvieren. Stimmt die Gruppe zu, wird der Vorgang von Anfang an wiederholt. Sobald das festgelegte Zeitziel erreicht ist, wird erneut anerkennendes Feedback gegeben und ein neues, wesentlich anspruchsvolleres Zeitziel gesetzt. Wenn die Gruppe dem zustimmt, beginnt der Prozess von Neuem. Dieser Ablauf kann mehrmals wiederholt werden.

Tabelle 2. Maßnahmen – Schritt 2.

Handlungen der Moderation Handlungen der Teilnehmenden
Messen Sie die Zeit jeder Aktivitätsrunde An der Aktivität teilnehmen und sich dabei an die Regeln und die vereinbarte Strategie halten.
Loben Sie die Teilnehmer:innen, wenn die Runde beendet ist, und schlagen Sie eine neue Runde in kürzerer Zeit vor.

Reflexion: Diese Übung gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, kooperative Gruppendynamiken auszuprobieren, mit einer vorherigen Besprechung der Strategie und einer anschließenden stillen Durchführung. Die Gruppe versucht, gemeinsam eine zunehmend schwierigere Herausforderung zu lösen.

Erfahrungen aus dem rumänischen Pilotprojekt: Während der Durchführung beobachteten die Moderator:innen, dass sich die Teilnehmenden zunächst darauf konzentrierten, die Aufgabe zu erledigen, anstatt darauf, wie sie zusammenarbeiteten. Im Verlauf der Aktivität und mit steigendem Schwierigkeitsgrad wurden Gruppendynamiken deutlicher sichtbar, darunter Führungsverhalten, Ausgrenzungsmuster und Unterschiede im Engagement. Diese Beobachtungen lieferten wichtiges Material für die Reflexionsphase.

Schritt 3: Nachbesprechung und Auswertung (falls erforderlich)

Dauer: 10–15 Minuten

Ablauf: Die Reflexion hängt von den wahrgenommenen Handlungen/Dynamiken in der Gruppe ab. Wenn es zu größeren Konflikten oder Ausgrenzungen gekommen ist, kann es schwierig sein, sofort in der Großgruppe zu reflektieren. Es ist dann ratsam, vorab Einzelgespräche zu führen (insbesondere mit den betroffenen Personen). Als Moderator:in ist es während dieser Übung besonders interessant, genau zu beobachten: Wem wird Gehör geschenkt? Wem wird nicht zugehört? Wie wird mit Fehlern umgegangen – unterschiedlich oder für alle gleich? Sind alle integriert oder werden andere Meinungen überstimmt?


Tabelle 3. Maßnahmen – Schritt 3.

Handlungen der ModerationHandlungen der Teilnehmenden

Laden Sie die Teilnehmenden ein, darüber nachzudenken und mitzuteilen, wie sie sich während und nach der Aktivität gefühlt haben.

Reflektieren Sie die Erfahrung, allein und in der Gruppe.

Folgende Fragen können die Reflexion anregen:
Was hat uns geholfen, die Aufgabe zu bewältigen, was hat uns behindert?
Was waren die wichtigsten Punkte/Ideen/Aussagen für die Lösung?
Wie sind wir zu einem gemeinsamen Ansatz gekommen?
Wurden alle gehört und konnten sich alle einbringen?

Bieten Sie Optionen an, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Reflexion: Dieser Schritt hilft den Teilnehmenden, über ihre Gruppendynamik nachzudenken, möglicherweise über Konflikte und Ausgrenzung oder darüber, was die Zusammenarbeit erleichtert hat. Die Teilnehmenden können erkennen, dass Herausforderungen Teil von Gruppen sind, aber auch, dass es unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Ressourcen braucht, um erfolgreich eine Lösung zu finden. Es können auch Erkenntnisse über die gemeinsame Kommunikation der Gruppe gewonnen werden, die diskutiert werden können.

Erfahrungen aus dem rumänischen Pilotprojekt: Die Reflexionsphase half den Teilnehmenden, sich bewusster zu werden, wie Kommunikation, Inklusion und Entscheidungsfindung den Erfolg der Gruppe beeinflussten. Viele Teilnehmende erkannten, dass nicht alle Stimmen gleichermaßen gehört wurden, und reflektierten ihre eigene Tendenz, in Gruppensituationen entweder zu dominieren oder sich zurückzuziehen. Diese Phase förderte die Entwicklung von Selbstbewusstsein und ermutigte die Teilnehmenden, darüber nachzudenken, wie sie zu inklusiveren, respektvolleren und effektiveren Gruppeninteraktionen beitragen können.

Benötigte Materialien: Bauklötze oder Ähnliches, Seil, Uhr.

Mögliche Anpassungen:

Die Intensität dieser Übung sollte so gesteuert werden, dass eine herausfordernde Situation für die Teilnehmenden entsteht. Eine Möglichkeit hierfür könnte folgender Satz sein: „Die letzte Gruppe, bei der ich diese Übung begleitet habe, hat sie in … Sekunden geschafft.“ Sollten größere Konflikte, Anzeichen von Ausgrenzung usw. auftreten, ist es ratsam, die Intensität nicht weiter zu steigern.

Rumänische Perspektive: Basierend auf den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt wird empfohlen, den Schwierigkeitsgrad und den Zeitdruck je nach Zusammenhalt und Erfahrung der Gruppe anzupassen. In Gruppen mit geringerem Vertrauen oder Kommunikationsschwierigkeiten sollte mehr Zeit für Strategiediskussionen und die Anleitung durch die Moderator:innen eingeplant werden. In Gruppen mit stärkerem Zusammenhalt kann eine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades dazu beitragen, die Gruppendynamik deutlicher hervorzuheben und eine tiefere Reflexion anzuregen.

Während der Pilotaktivität beobachtete Reaktionen

Erfahrungen aus dem rumänischen Pilotprojekt: Im rumänischen Pilotprojekt erwies sich die qualitative Beobachtung als besonders wertvoll für die Bewertung der Wirkung der Aktivität. Veränderungen in der Beteiligung, den Kommunikationsmustern und der Gruppeninteraktion waren während der Übungs- und Reflexionsphase deutlich sichtbar. Die Teilnehmer:innen zeigten ein gesteigertes Bewusstsein für Gruppendynamiken, auch wenn diese Veränderungen durch Selbstbewertungsinstrumente nicht vollständig erfasst wurden. Die Moderator:innen beobachteten, dass sich das Engagement und die Zusammenarbeit im Laufe der Aktivität verbesserten, insbesondere in wiederholten Runden, in denen die Teilnehmer:innen versuchten, ihre Leistung zu steigern. Das Maß an Vertrauen innerhalb der Gruppe beeinflusste sowohl die Beteiligung als auch die Offenheit während der Reflexion. Gruppen, die sich sicher und unterstützt fühlten, zeigten eine größere Bereitschaft, ihr Verhalten und ihre Interaktionen zu diskutieren. Die Teilnehmer:innen zeigten ein hohes Maß an Engagement und Motivation, insbesondere aufgrund des interaktiven und wettbewerbsorientierten Charakters der Aktivität. Gleichzeitig kam es zu Momenten der Frustration, wenn Regeln gebrochen wurden oder Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Strategie auftraten. Einige Teilnehmer:innen übernahmen ganz natürlich Führungsrollen, während andere eher passiv blieben oder zögerten, sich einzubringen. Im Verlauf der Aktivität verbesserten viele Gruppen ihre Koordination und wurden sich der Bedeutung von Kommunikation, Zuhören und Zusammenarbeit bewusster. Die Aktivität zeigte auch, wie die Teilnehmer:innen auf Druck, Wettbewerb und Fehler reagieren, und lieferte wertvolle Einblicke in die Gruppendynamik und das individuelle Verhalten innerhalb eines Teams.

Erfahrungen aus dem österreichischen Pilotprojekt: Die Moderator:innen stellten bei den Jugendlichen eine hohe Motivation fest, sich zu beteiligen und im Laufe der Übung immer bessere Ergebnisse zu erzielen. Der Lernprozess und die Art und Weise, wie eine neue Strategie entwickelt wird, verändern sich zudem mit jedem neuen Versuch. Interessant ist auch zu beobachten, wie oft eine Gruppe an derselben Strategie festhält, bevor sie eine Anpassung vornimmt. Die Atmosphäre während der Übung ist oft hitzig und aufgeregt, bis hin zu angespannt. Es ist leicht zu erkennen, wenn sich einzelne Jugendliche nicht gehört fühlen und wie ihre Lösungsstrategien aussehen. Zudem ist dies eine Übung, bei der es extrem laut werden und Emotionen eskalieren können. Die Moderator:innen sind daher gefordert, diese Gefühle gut zu moderieren, sie aber dennoch zuzulassen.
Es lässt sich beobachten, wie hoch die Frustrationsschwelle einer Gruppe ist und wie die Gruppe damit umgeht, wenn Regeln nicht befolgt werden. Zudem können Emotionen aufflammen und die Motivation, immer bessere Strategien zu entwickeln, entfacht werden. Gruppen, die gut zusammenarbeiten, sind im Anschluss offener für Reflexion.

Risiken und Hinweise

  • Bitte achten Sie auf (möglicherweise starke) aufkommende Gefühle in der Gruppe oder bei Einzelpersonen. Zwei Trainer:innen sollten die Methode erklären und anwesend sein.
  • Zwingen Sie niemanden dazu, persönliche Erfahrungen zu teilen.
  • Das Instrument befasst sich nicht mit Traumata, sondern konzentriert sich stattdessen auf die Bewusstseinsbildung.

Rumänische Perspektive: Im rumänischen Pilotprojekt wurde beobachtet, dass Wettbewerbselemente und Zeitdruck zu Frustration oder Spannungen innerhalb der Gruppe führen können, insbesondere wenn die Kommunikation nicht effektiv ist. Die Moderator:innen sollten die Gruppendynamik sorgfältig beobachten, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden einbezogen werden und niemand dauerhaft übersehen oder ausgegrenzt wird.

Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Herausforderung und Unterstützung zu finden, die Aktivität an die Bedürfnisse der Gruppe anzupassen und während des gesamten Prozesses ein sicheres und respektvolles Umfeld aufrechtzuerhalten.

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