Dankesbotschaften
Zweck: Die Aktivität „Dankesbotschaften“ ermutigt die Teilnehmenden, innerhalb der Gruppe positives Feedback zu geben und anzunehmen, wodurch eine unterstützende und respektvolle Atmosphäre entsteht. Durch den Austausch von Dankesbotschaften reflektieren die Teilnehmenden ihre Stärken und Beiträge und lernen gleichzeitig, die positiven Eigenschaften anderer anzuerkennen und wertzuschätzen.
Behandeltes Thema: Junge Menschen, insbesondere solche aus benachteiligten oder komplexen Verhältnissen, können mit geringem Selbstwertgefühl, einem negativen Selbstbild oder Schwierigkeiten beim Erkennen ihrer eigenen Stärken zu kämpfen haben. In manchen Gruppen können Kommunikationsmuster auch Kritik oder negative Interaktionen beinhalten, was den Gruppenzusammenhalt beeinträchtigen und das Risiko von Konflikten oder Mobbing erhöhen kann.
Bedeutung für die psychische Gesundheit: Positives Feedback und Anerkennung durch Gleichaltrige können das Selbstwertgefühl, die emotionale Resilienz und das Zugehörigkeitsgefühl stärken. Aktivitäten, die Empathie, Wertschätzung und unterstützende Kommunikation fördern, tragen zur psychosozialen Gesundheitskompetenz bei und helfen dabei, ein Gruppenumfeld zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden wertgeschätzt und respektiert fühlen.
Beabsichtigte Veränderung: Die Aktivität zielt darauf ab:
- das Selbstwertgefühl und das positive Selbstbild der Teilnehmenden zu stärken;
- den Teilnehmer:innen zu helfen, ihre persönlichen Stärken und Qualitäten zu erkennen und zu verinnerlichen;
- Empathie und emotionales Bewusstsein durch die Reflexion über die positiven Eigenschaften anderer zu entwickeln;
- die Kommunikationsfähigkeiten im Zusammenhang mit dem Ausdruck von Wertschätzung und positivem Feedback zu stärken;
- Gegenseitigen Respekt, Freundlichkeit und unterstützende Gruppenbeziehungen zu fördern.
Kontext der Pilotumsetzung:
Diese Aktivität wurde im Rahmen von Pilotmaßnahmen durchgeführt, die im Rahmen des MEET-Projekts von Projektpartnern aus Bosnien und Herzegowina sowie Slowenien umgesetzt wurden. In den Räumlichkeiten des Vereins Amica Educa, einem Projektpartner mit Sitz in Tuzla, Bosnien und Herzegowina, fand eine Präsenzveranstaltung mit einer Gruppe von 11 NEET-Jugendlichen statt, darunter zwei männliche und neun weibliche Teilnehmer:innen. Die Sitzung wurde von einem Trainer mit Unterstützung eines Mentors geleitet. Die Sitzung folgte einem interaktiven Format, das Gruppendiskussionen, individuelle Reflexion und Demonstrationen kombinierte. Die Teilnehmer übten sich darin, Wertschätzungsbotschaften zu geben und zu empfangen, um positive Kommunikation, Empathie und die Anerkennung persönlicher Stärken zu erkunden. Die Aktivität wurde in einer unterstützenden und nicht-formalen Lernumgebung durchgeführt, die gegenseitigen Respekt, den Ausdruck von Emotionen und positive Gruppeninteraktion förderte. In Slowenien führte die Stiftung PRIZMA zur Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten diese Aktivität in Grundschulen mit Schüler:innen der 9. Klasse (im Alter von 14–15 Jahren) durch. Die Sitzungen fanden persönlich statt und wurden von ausgebildeten Psycholog:innen mit Unterstützung des Schulpersonals geleitet. Die Aktivität wurde in das Workshop-Modul zu sozialen Beziehungen und Empathie („Real Talk: Freunde, Drama & Grenzen“) integriert und konzentrierte sich auf den Einsatz von Wertschätzungsbotschaften als Instrument zur Stärkung positiver Kommunikation und Beziehungen unter Gleichaltrigen. Die Sitzung folgte einem interaktiven und erfahrungsorientierten Format, das individuelle Reflexion und Aktivitäten mit Gleichaltrigen kombinierte. Die Teilnehmer:innen wurden aufgefordert, für jeden ihrer Klassenkameraden Wertschätzungsbotschaften zu verfassen, wobei der Fokus auf persönlichen Stärken, Werten und positiven Eigenschaften jenseits des äußeren Erscheinungsbildes lag. Diese Übung zielte darauf ab, Empathie, gegenseitigen Respekt und das Bewusstsein für die Bedeutung von positivem Feedback in Beziehungen zu fördern.
Theoretischer Hintergrund
Positives Feedback und Anerkennung durch Gleichaltrige spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Selbstwertgefühl, emotionalem Wohlbefinden und gesunden sozialen Beziehungen. Wenn junge Menschen aufrichtige Wertschätzung von anderen erfahren, erkennen sie eher ihre eigenen Stärken und entwickeln ein positiveres Selbstbild. Viele junge Menschen, insbesondere solche aus benachteiligten oder komplexen Verhältnissen, haben möglicherweise nur begrenzte Gelegenheiten, konstruktives und unterstützendes Feedback zu ihren persönlichen Eigenschaften zu erhalten. Infolgedessen konzentrieren sie sich möglicherweise mehr auf ihre wahrgenommenen Schwächen als auf ihre Stärken. Die Aktivität „Wertschätzungsbotschaften“ nutzt eine einfache, aber wirkungsvolle Gruppenübung, um positive Kommunikation und gegenseitige Unterstützung zu fördern. Indem sie sich gegenseitig Wertschätzungsbotschaften schreiben, reflektieren die Teilnehmenden die positiven Eigenschaften ihrer Gleichaltrigen und erhalten gleichzeitig bestätigendes Feedback über sich selbst. Dieser Prozess fördert Empathie, stärkt zwischenmenschliche Beziehungen und trägt dazu bei, ein unterstützendes Gruppenumfeld zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden wertgeschätzt und respektiert fühlen. Durch diese Aktivität entwickeln die Teilnehmer:innen ein größeres emotionales Bewusstsein, Kommunikationsfähigkeiten und Resilienz, während gleichzeitig eine Kultur der Freundlichkeit und des gegenseitigen Respekts innerhalb der Gruppe gestärkt wird.
Zielgruppe
- Alter: ab 12 Jahren (auch für Erwachsene anpassbar)
- Profil: allgemeine Jugend, NEET-Jugendliche, Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen, Jugendliche mit komplexen Lebenserfahrungen
- Kontext: nicht-formale oder formale Bildungsumgebungen (Bildungsaktivitäten, Workshops, Schulungen).
Anwendungsbereich
Ort: Schule, NGOs, Jugendzentren, Gemeindezentren, psychosoziale Hilfsprogramme usw.
Behandelte Kompetenzbereiche und Dimensionen:
- Sozio-emotionale Kompetenzen: Emotionale Selbstwahrnehmung, Empathie, Erkennen persönlicher Stärken.
- Beziehungsfähigkeiten: positive Kommunikation, Wertschätzung ausdrücken, Vertrauen und gegenseitigen Respekt aufbauen.
- Kompetenzen zur Selbstentwicklung: Selbstwertgefühl, Selbstreflexion, persönliche Entwicklung und Resilienz.
- Kompetenzen zur Gruppenkohäsion: Stärkung sozialer Bindungen, Schaffung eines unterstützenden und respektvollen Gruppenklimas.
Beschreibung der Aktivität – Schritt für Schritt
Schritt 1: Einführung
Dauer: 5–7 Minuten
Ablauf: Der/die Moderator:in beginnt damit, den Zweck der Übung vorzustellen: echte Wertschätzung innerhalb der Gruppe auszutauschen. Die Teilnehmenden werden dazu ermutigt, die Stärken, Bemühungen und positiven Eigenschaften anderer anzuerkennen und zu würdigen. Der/die Moderator:in erklärt, dass die Aktivität nicht nur eine Gelegenheit ist, Wertschätzung zu zeigen, sondern auch, durch das Feedback, das sie von anderen erhalten, ihre eigenen positiven Eigenschaften zu entdecken oder sich wieder mit ihnen zu verbinden. Der/die Moderator:in erinnert die Teilnehmer:innen außerdem daran, dass Wertschätzungsbotschaften respektvoll und aufrichtig sein und sich auf positive Eigenschaften, Stärken oder Beiträge konzentrieren sollten.
Hinweis: Diese Aktivität ist am effektivsten, wenn sich die Teilnehmenden bereits bis zu einem gewissen Grad kennen und zuvor bei Gruppenaktivitäten zusammengearbeitet haben. Ein gewisses Maß an Vertrauen und Vertrautheit hilft den Teilnehmer:innen, sich beim Geben und Empfangen von Wertschätzungsbotschaften wohler zu fühlen.
Tabelle 1. Maßnahmen – Schritt 1.
| Handlungen der Moderation | Handlungen der Teilnehmenden |
|---|---|
| Stellen Sie den Zweck der Aktivität vor. | Die Anweisungen anhören. |
| Erläutern Sie, wie wichtig es ist, positive Eigenschaften bei anderen anzuerkennen. | Über die positiven Eigenschaften der anderen Teilnehmer:innen nachdenken. |
| Ermutigen Sie die Teilnehmer:innen, aufrichtige und respektvolle Dankesbotschaften zu verfassen. |
Reflexion: Dieser Schritt bereitet die Teilnehmer:innen auf die Aktivität vor, indem er eine positive und respektvolle Einstellung fördert. Er trägt auch dazu bei, eine unterstützende Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Teilnehmer:innen wohlfühlen, sowohl Anerkennung zu geben als auch zu empfangen.
Schritt 2: Verfassen von Dankesbotschaften
Dauer: 15 – 20 Minuten
Ablauf: Jede:r Teilnehmer:in erhält ein leeres Blatt Papier und einen Stift oder Filzstift. Mit Hilfe der anderen Teilnehmer:innen wird das Papier auf den Rücken jeder:s Teilnehmenden geklebt. In Slowenien wurde ein Spiegel gezeichnet, auf dem oben der Name der/des Teilnehmenden stand, der das Feedback erhielt. Die Teilnehmer:innen bewegen sich dann im Raum umher und schreiben positive Wertschätzungsbotschaften auf die Papiere der anderen. Die Botschaften können die Anerkennung persönlicher Eigenschaften, Qualitäten oder Handlungen beinhalten, die sich positiv auf die Gruppe auswirken.
Hinweis: Ermutigen Sie die Teilnehmer:innen, konkrete und aussagekräftige Wertschätzungsbotschaften zu schreiben, anstatt allgemeine Komplimente zu machen. Konkretes Feedback hilft den Teilnehmenden, sich besser mit den anerkannten positiven Eigenschaften zu identifizieren. Beispiele hierfür sind die Anerkennung von Freundlichkeit, Kreativität, Ausdauer oder der positiven Wirkung, die jemand auf die Gruppe hat. Es ist auch wichtig, die Schüler:innen dazu zu ermutigen, dass sie, wenn sie bemerken, dass jemand die Anweisungen nicht befolgt oder etwas Unfreundliches schreibt, dies durchstreichen können – dies fördert den aktiven Widerstand gegen respektloses Verhalten und Gewalt unter Gleichaltrigen. Da die Wahrnehmung durch Gleichaltrige für junge Menschen besonders wichtig ist, kann eine klare Ablehnung solchen Verhaltens durch Gleichaltrige eine starke positive Wirkung haben.
Tabelle 2. Maßnahmen – Schritt 2.
| Handlungen der Moderation | Handlungen der Teilnehmenden |
|---|---|
| Stellen Sie Papier, Stifte und Klebeband bereit. | Das Papier mit Hilfe der anderen auf dem Rücken befestigen. |
| Bitten Sie die Teilnehmer:innen, sich gegenseitig dabei zu helfen, das Papier auf den Rücken zu kleben. | Durch den Raum gehen und Dankesbotschaften auf die Zettel der anderen Teilnehmenden schreiben. |
| Ermutigen Sie die Teilnehmer:innen, konkrete und aussagekräftige Dankesbotschaften zu schreiben und nicht unfreundlich zu sein. | |
| Beobachten Sie den Ablauf und sorgen Sie für einen respektvollen Umgang miteinander. |
Reflexion: Dieser Schritt ermutigt die Teilnehmer:innen, die Stärken und positiven Eigenschaften anderer zu beobachten und anzuerkennen. Das Schreiben von Dankesbotschaften fördert Empathie, positive Kommunikation und gegenseitigen Respekt innerhalb der Gruppe.
Schritt 3: Sich mit den Botschaften verbinden
Dauer: 10 Minuten
Ablauf: Nachdem alle Dankesbotschaften geschrieben haben, kehren die Teilnehmer:innen zu ihren Plätzen zurück und nehmen die Zettel von ihrem Rücken. Die Teilnehmer:innen werden gebeten, die von ihren Mitmenschen geschriebenen Botschaften zu lesen und sich einen Moment Zeit zu nehmen, um über ihre Gedanken und Gefühle beim Lesen nachzudenken. Teilnehmer:innen, die sich dabei wohlfühlen, können einige der erhaltenen Botschaften vorlesen und beschreiben, wie sie sich beim Lesen gefühlt haben. Das Teilen ist freiwillig, und die Teilnehmer:innen können ihre Reflexionen auch für sich behalten.
Tabelle 3. Maßnahmen – Schritt 3.
| Handlungen der Moderation | Handlungen der Teilnehmenden |
|---|---|
| Bitten Sie die Teilnehmenden, die auf ihren Zetteln geschriebenen Botschaften zu lesen. | Die Dankesbotschaften vorlesen, die von den anderen Teilnehmer:innen verfasst wurden. |
| Ermutigen Sie die Teilnehmenden, über ihre Gedanken und Emotionen nachzudenken. | Über dabei aufkommende Gedanken und Gefühle reflektieren. |
| Erinnern Sie die Teilnehmenden daran, dass das Teilen freiwillig ist. | Erfahrungen mitteilen, sofern man sich dabei wohlfühlt. |
Reflexion: Das Erhalten von Dankesbotschaften kann das Selbstwertgefühl der Teilnehmenden stärken und ihnen helfen, Eigenschaften und Stärken zu erkennen, die ihnen zuvor vielleicht nicht bewusst waren.
Schritt 4: Gruppenreflexion
Dauer: 8 – 10 Minuten
Ablauf: Der/die Moderator:in leitet eine Gruppendiskussion über die Erfahrung, Wertschätzungsbotschaften zu geben und zu erhalten. Die Teilnehmenden werden eingeladen, über Fragen wie die folgenden nachzudenken:
- Wie hat es sich angefühlt, positive Anerkennung zu erhalten?
- Stimmten die Botschaften, die ihr erhalten habt, mit dem Bild überein, das ihr von euch selbst habt?
- Habt ihr etwas Neues über euch selbst gelernt?
- Wie hat es sich angefühlt, anderen Anerkennung zu schenken?
- Habt ihr neue Eigenschaften oder Stärken an euren Mitschüler:innen entdeckt (die ihr zuvor nicht vollständig gewürdigt oder wahrgenommen hattet)?
Tabelle 4. Maßnahmen – Schritt 4.
| Handlungen der Moderation | Handlungen der Teilnehmenden |
|---|---|
| Moderieren Sie die Gruppenreflexion mithilfe von Leitfragen. | Die Erfahrung, Wertschätzung zu geben und zu empfangen reflektieren. |
| Ermutigen Sie zur freiwilligen Teilnahme an der Diskussion. | Gedanken und Erkenntnisse mitteilen, wenn man sich dabei wohlfühlt. |
| Sorgen Sie für eine respektvolle und unterstützende Diskussionsatmosphäre. |
Reflexion: Diese Diskussion hilft den Teilnehmenden, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, und unterstreicht, wie wichtig es ist, sowohl die eigenen Stärken als auch die Stärken anderer anzuerkennen.
Schritt 5: Abschluss
Dauer: 3 – 5 Minuten
Ablauf: Der/die Moderator:in fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus der Übung zusammen und betont dabei, wie wichtig es ist, die eigenen Stärken zu erkennen und die positiven Eigenschaften anderer anzuerkennen. Die Teilnehmer:innen werden dazu ermutigt, ihre Dankesbotschaften aufzubewahren, um sich an ihre Stärken und den positiven Einfluss, den sie auf andere haben, zu erinnern.
Tabelle 5. Maßnahmen – Schritt 5.
| Handlungen der Moderation | Handlungen der Teilnehmenden |
|---|---|
| Fassen Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus der Aktivität zusammen. | Die Erfahrung reflektieren und die erhaltenen Dankesbotschaften aufbewahren. |
| Die Bedeutung von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und positiver Kommunikation hervorheben. |
Reflexion: Der abschließende Schritt unterstreicht den Wert der Wertschätzung und ermutigt die Teilnehmer:innen, einen unterstützenderen und respektvolleren Umgang mit anderen zu pflegen.
Benötigte Materialien:
- Leeres A4-Papier (ein Blatt pro Teilnehmer)
- Stifte oder Filzstifte
- Klebeband (zum Befestigen des Papiers am Rücken).
Mögliche Anpassungen
Die Aktivität kann je nach Alter, Gruppendynamik und dem Grad der Vertrautheit unter den Teilnehmer:innen angepasst werden.
- Für jüngere Teilnehmer:innen oder Gruppen, denen es möglicherweise schwerfällt, Wertschätzung auszudrücken, kann der/die Moderator:in Beispiele für Wertschätzungsbotschaften bereitstellen, um den Teilnehmenden zu helfen, aussagekräftige Komplimente zu formulieren.
- Bei der Arbeit mit schutzbedürftigen Personen oder Gruppen können Moderator:innen zusätzliche Unterstützung bieten und den Teilnehmer:innen ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo teilzunehmen.
Wirkungsbewertung der Aktivität
| Indikator | Bewertungsmethode |
|---|---|
Gesteigertes Bewusstsein für persönliche Stärken und positive Eigenschaften | Kurze Reflexionsfragen am Ende der Aktivität |
Verbesserte Fähigkeit, Wertschätzung auszudrücken und die Stärken anderer anzuerkennen | Selbstbewertungsaussagen, bewertet auf einer Skala (1–5) |
Gesteigertes Zugehörigkeitsgefühl und positive Gruppeninteraktion | Reflexionsfragen zur Erfahrung, Wertschätzung zu geben und zu empfangen |
| Gesteigertes Selbstvertrauen und positives Selbstbild | Selbstbewertungsaussage im Fragebogen nach der Aktivität |
Reflexion der Moderation
Anmerkungen zu:
- Grad des Engagements der Gruppe und Bereitschaft, an der Abfassung von Anerkennungsbotschaften teilzunehmen
- Allgemeine Gruppenatmosphäre und ob sich die Teilnehmer:innen beim Geben und Empfangen von Komplimenten wohlgefühlt haben
- Bandbreite der emotionalen Reaktionen, als die Teilnehmer:innen die erhaltenen Dankesbotschaften lasen
- Qualität und Konkretheit der Dankesbotschaften (ob diese über allgemeine Komplimente hinausgingen)
- Gruppendynamik und das Ausmaß, in dem die Aktivität zu Vertrauen, Respekt und positiver Interaktion innerhalb der Gruppe beitrug
Während der Pilotaktivität beobachtete Reaktionen
Bosnien und Herzegowina: Die Teilnehmer:innen zeigten während der gesamten Aktivität ein sehr hohes Maß an Engagement. Sie reagierten positiv sowohl auf das Geben als auch auf das Empfangen von Dankesbotschaften und beteiligten sich aktiv, offen und enthusiastisch an dem Prozess. Die Aktivität unterstützte die Teilnehmenden dabei, ihre positiven Eigenschaften und Stärken zu erkennen und zu verinnerlichen, indem sie echte Anerkennung von anderen erhielten. Viele berichteten, dass diese Erfahrung ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gestärkt habe und ihnen gleichzeitig geholfen habe, sich ihrer eigenen Beiträge und persönlichen Qualitäten bewusster zu werden. Die Teilnehmer:innen schätzten auch die Gelegenheit, anderen positive und unterstützende Botschaften zu übermitteln. Sie schienen Freude daran zu haben, freundliche Worte zu sprechen und die Stärken ihrer Mitmenschen anzuerkennen, was zu einer herzlichen, respektvollen und von Zusammenhalt geprägten Gruppenatmosphäre beitrug. Am Ende der Aktivität zeigten die Teilnehmer:innen starke positive emotionale Reaktionen auf die Botschaften, die sie erhalten hatten. Mehrere Teilnehmer:innen gaben an, etwas Neues über sich selbst gelernt zu haben, und beschrieben die Erfahrung als bestärkend und motivierend. Zu ihren Reaktionen gehörten Aussagen wie: „Bis jetzt hätte ich nie gedacht, dass andere mich so sehen“ und „Das bin wirklich ich!“ Die Aktivität ermutigte die Teilnehmer:innen zudem, aufmerksamer zuzuhören, einander genauer zu beobachten und tiefere Verbindungen aufzubauen, was die allgemeine Gruppendynamik stärkte. Während der Sitzung wurden keine nennenswerten Herausforderungen beobachtet.
Slowenien: Die Teilnehmer:innen reagierten sehr positiv auf die Aktivität mit den Wertschätzungsbotschaften, die sich als emotional wirkungsvoll erwies. Viele Schüler:innen berichteten, dass sie sich gut und wertgeschätzt fühlten, wenn sie positive Botschaften von ihren Mitschüler:innen erhielten, und die Übung schuf einen bedeutungsvollen Moment der Reflexion darüber, wie selten Wertschätzung in alltäglichen Interaktionen offen zum Ausdruck gebracht wird. Die Aktivität trug zu einer unterstützenden und verbindenden Gruppenatmosphäre bei und stärkte die Beziehungen unter Gleichaltrigen durch Anerkennung und Bestätigung. Gleichzeitig wurden einige Herausforderungen beobachtet, da einige Teilnehmer:innen anfangs unangemessene oder negative Kommentare abgaben. Dies erforderte zwar sofortiges Eingreifen und die Bekräftigung klarer Richtlinien, lieferte aber auch wertvolle Erkenntnisse, da es Formen von Respektlosigkeit oder Mobbing unter Gleichaltrigen aufdeckte, die einige Schulen zuvor nicht erkannt hatten. In diesem Sinne kann die Aktivität auch als nützliches Instrument dienen, um ein tieferes Verständnis der Gruppendynamik zu erlangen. Insgesamt bestätigten die Reaktionen sowohl die stark positive Wirkung der Aktivität als auch die Notwendigkeit einer sicheren, gut angeleiteten Umgebung, wenn emotional sensible Themen mit Jugendlichen behandelt werden.
Risiken und Warnhinweise
Obwohl die Aktivität im Allgemeinen sicher und positiv ist, sollten Moderator:innen mehrere Aspekte im Zusammenhang mit der körperlichen und emotionalen Sicherheit berücksichtigen.
Körperliche Sicherheit: Die Teilnehmer:innen sollten ihre Zustimmung geben, bevor sie Papier an ihren Rücken heften oder auf das Papier einer anderen Person schreiben. Einige Teilnehmende bevorzugen möglicherweise einen alternativen Ansatz, wie beispielsweise das Halten des Papiers.
Emotionale Sicherheit: Die Moderator:innen sollten betonen, dass die Wertschätzungsbotschaften respektvoll, unterstützend und positiv bleiben müssen. Die Teilnehmer:innen sollten daran erinnert werden, Witze, Sarkasmus oder Kommentare zu vermeiden, die missverstanden werden oder verletzend sein könnten. Manche Personen fühlen sich möglicherweise unwohl, wenn sie Komplimente erhalten, insbesondere wenn sie mit geringem Selbstwertgefühl zu kämpfen haben. Die Moderator:innen sollten eine unterstützende Atmosphäre schaffen, in der zur Teilnahme ermutigt, diese aber nicht erzwungen wird. Seien Sie darauf vorbereitet, bei Bedarf emotionale Unterstützung zu leisten. Erinnern Sie alle Teilnehmer:innen daran, wie wichtig Vertraulichkeit und Respekt bei dieser Aktivität sind.
Inklusion und Sensibilität: Stellen Sie sicher, dass die Aktivität alle Teilnehmenden einbezieht, einschließlich derjenigen mit körperlichen Behinderungen, unterschiedlichen kulturellen Hintergründen oder psychischen Beeinträchtigungen. Die Moderator:innen sollten sich etwaiger kultureller Unterschiede darin bewusst sein, wie Komplimente und Wertschätzung zum Ausdruck gebracht werden. Was in einem kulturellen Kontext als positives Feedback gilt, kann in einem anderen als unangenehm empfunden werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Arbeit mit schutzbedürftigen Teilnehmenden oder Gruppen gewidmet werden, wobei auf ihre Erfahrungen Rücksicht genommen und bei Bedarf zusätzliche Unterstützung gewährt werden sollte.
Betreuung und Unterstützung: Die beteiligten Moderator:innen sollten die Interaktionen während der Aktivität beobachten und auf eventuell auftretende Probleme eingehen. Dies ist besonders wichtig, wenn die Gruppe Jugendliche umfasst, die möglicherweise besonders schutzbedürftig sind. Nach der Aktivität kann ein kurzes Gespräch mit den Teilnehmenden dazu beitragen, sicherzustellen, dass sich alle wohl und unterstützt fühlen.